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Ein weiterer Eindruck zur Oberrunde über roterkeil.net

16. November 2016

Am vergangenen Mittwoch, 16. November 2016, war Domvikar Dr. Jochen Reidegeld, Mitbegründer des Netzwerkes "roterkeil.net", in der Oberrunde zu Gast. Anschaulich schilderte er uns, dass Kinderprostitution leider kein Einzelfall ist und wie sich die Aktion roterkeil.net dagegen einsetzt. Anstoß für das Gespräch war unsere Fahrradputzaktion im Spätsommer. Die Hälfte des dort gesammelten Geldes haben wir an roterkeil.net gespendet.

Vor zwanzig Jahren war Dr. Reidegeld in Sri Lanka. Er erfuhr bei den Salesianern Don Boscos, dass Kinderprostitution dort ein großes Problem ist. Leider ist Sri Lanka nicht das einzige Land, in dem ein regelrechter "Tourismus der Kinderprostitution" betrieben wird: U.a. auch nach Thailand und auf die Philippinen kommen Leute aus der ganzen Welt, um Kinder zu missbrauchen.

Mit diesen schlimmen Erfahrungen im Gepäck flog Dr. Reidegeld wieder zurück nach Deutschland und gründete 1999 das Netzwerk roterkeil.net, das sich seitdem auch in Deutschland gegen Kinderprostitution einsetzt. Dies tut es v.a. auf vier verschiedenen Wegen:

Zuallererst unterstützt roterkeil.net Opfer, u.a. indem versucht wird, einen persönlichen Kontakt und Vertrauen zu den Opfern aufzubauen, um dann gemeinsam mit ihnen weitere Schritte zu gehen. Außerdem versucht das Netzwerk dieses oft tabuisierte Thema durch Öffentlichkeitsarbeit immer wieder zur Sprache zu bringen und den Opfern eine Stimme zu geben, wie z.B. durch den kurzen Clip "Stummer SCHREI" oder durch unterschiedlichste prominente Gesichter (z.B. Roman Weidenfelder, Prof. Dr. Rita Süsmuth, Axel Schröder), die als Schutzengel immer wieder das Thema Kinderprostitution in die Gesellschaft tragen. Hinzu kommen Lobbyarbeit und Präventionsmaßnahmen.

Auch in Deutschland gibt es Kinderprostitution - in Großstädten wie Berlin und Hamburg aber z.B. auch in Dortmund. In Dortmund sind allein schon 54 betreute Fälle von Kinderprostitution bekannt, von der großen Dunkelziffer einmal abgesehen. Organisiert sind die Drahtzieher in Pädozirkeln und im Darknet, denn Kinderprostitution verspricht hohe Profite; neben dem Waffen- und Drogenhandel ist die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen eines der lukrativsten "Geschäfte" überhaupt.

Ratlosigkeit – Schock – Fassungslosigkeit: das waren erste Reaktionen in unserer Runde. Diese Reaktionen kennt Dr. Reidegeld. Wichtig sei dann nur, dass man es nicht bei dieser "Sprachlosigkeit" belasse, sagte er, sondern dass man etwas unternehme, z.B. indem man als einen ersten Schritt andere Menschen für das Thema sensibilisiere, um so zu einer Enttabuisierung beizutragen.

Dorothea Hanster

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