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Besuch von Pfarrer Dr. Jochen Reidegeld, stellvertretender Generalvikar

Oberrunde vom 22. April 2015

Pfarrer Dr. Jochen Reidegeld, stellvertretender Generalvikar.
Pfarrer Dr. Jochen Reidegeld, stellvertretender Generalvikar.

Es war ein Abend, nach dem wir ergriffen und nachdenklich nach Hause gingen. Die filmischen und persönlichen Berichte von Pfarrer Dr. Reidegeld über seine Erfahrungen mit den von dem IS vertriebenen Flüchtlingen im Grenzgebiet zwischen der Türkei und dem Irak haben uns eine Realität vor Augen geführt, deren Kenntnis einen unmöglich unberührt lassen kann.

Zweimal ist Pfarrer Reidegeld bisher in dieses Gebiet gefahren, da er um eine Schirmherrschaft für ein Unterstützungs-projekt mit dem Namen "Hoffnungsschimmer" gebeten worden war. Der Kontakt zu den Menschen im Nordirak kam durch seine Zeit als Fußballtrainer in Senden zustande, wo er auch kurdische Jeziden in seiner Mannschaft trainierte, die zu den vom IS verfolgten Religionsgemeinschaften gehören. Zusammen mit einer Delegation aus Senden wurde im vergangenen Jahr eine erste Reise in die Nähe von Kobane unternommen, um Hilfsgüter vor Ort zu bringen und ein Zeichen menschlicher Solidarität zu setzen. Anfang dieses Jahres folgte, zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Karl Schiewerling (CDU), eine zweite Reise, in deren Mittelpunkt stärker die verfolgten Christen in Erbil, im Nordirak standen.

Was die Jeziden und die Christen, aber auch manche Moslems, die nicht den Ansprüchen des IS genügen, dort erleiden, übersteigt jede Vorstellungskraft. Es ist so grausam, dass man es kaum wiederholen mag. Und doch dürfen wir nicht einfach wegschauen von der Ausrottung ganzer Dörfer, Vergewaltigungen, dem Verkauf vieler junger Frauen als Sklavinnen in arabische Länder, den Enthauptungen und Kreuzigungen, sogar von Kindern…

Es geht darum, so sagte Pfarrer Reidegeld, "diesen Menschen eine Stimme zu geben" und ihnen zu zeigen: "Ihr seid nicht allein!" - Dieses Zeichen sei bei den Menschen vor Ort auch sehr, sehr dankbar aufgenommen worden.

So groß die Hilfsbereitschaft von Einzelpersonen aber auch ist, so gab zum Beispiel ein Werbegraphiker aus Deutschland seine Anstellung hier auf, um dort in einem Flüchtlingslager mitzuhelfen, so erschütternd ist es jedoch, dass die Weltöffentlichkeit nur halbherzige Anstrengungen für diese schwer traumatisierten Menschen unternimmt. So wurden die Lebensmittelhilfen des UNHCR in den vergangenen Monaten um fast die Hälfte gekürzt… - Unfassbar!

Wer mehr über die Aktion "Hoffnungsschimmer" wissen und vielleicht auch einen eigenen Beitrag leisten möchte, findet Näheres dazu im Internet.

Text: Timo Weissenberg
Foto: Michael Bönte, www.dialogverlag.de

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