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Umgang mit Tod und Sterben

Die Oberrunde zu Gast im Johannes-Hospiz am 19. Februar 2014

Hospiz.

Christliche Nächstenliebe. Dieses Thema wird die Oberrunde im Jahr 2014 besonders beschäftigen. Gleich zu Beginn des Jahres besuchten wir dazu das Johanneshospiz in Münster.

Michael Roes ist Mitarbeiter im Hospiz. Nach der Ausbildung zum Krankenpfleger und mehreren Jahren in Krankenhäusern arbeitet Herr Roes nun seit 10 Jahren im Hospiz in Münster. Er empfing die Oberrunde im Hospiz.

Hospize sind ursprünglich Orte der Pflege und der Gastfreundschaft. Sie sollen Menschen, die am Ende ihres Lebens einer besonderen Pflege und medizinischen Betreuung bedürfen die Möglichkeit geben, ihren Lebensweg in einer häuslichen, wohnlichen Umgebung zu Ende gehen zu können. Dazu bietet das Johannes-Hospiz seit der Gründung 1999 sowohl einen ambulanten Hospiz-Dienst an als auch zehn Wohnmöglichkeiten für Gäste im Hospiz.

Für Sterbende, um zu leben

Dabei ist wichtig: Ein Hospiz ist nicht ein Ort "für Lebende, um zu sterben", sondern ein Ort "für Sterbende um zu leben". "Viele Menschen, die in ein Hospiz kommen, sind schwer krank. An ihrer Krankheit werden diese Menschen sterben. Doch die Krankheit ist, egal ob zu Hause, auf der Straße oder im Hospiz bei diesen Menschen", so Roes. Mit diesem Grundgedanken wurden in den letzt hundert Jahren zahlreiche Hospize gegründet. Das Leben im Hospiz soll dabei, so der Anspruch, den Bedürfnissen jedes einzelnen Gastes im Haus gerecht werden. "Wenn einer von euch, liebe Oberrunde, bei uns zu Gast sein würde, dann wäre euch der W-Lan Anschluss wohl am wichtigsten". Und mit einem Lachen stimmt die Oberrunde zu. "Vor einigen Jahren aber kam es einen Mann, der auf der Straße lebte, zu uns", erinnert sich Roes. "Er freute sich über sein Zimmer und schaute von dort an bis zu seinem Tod Fernsehen. Kein anderes Bedürfnis war ihm wichtiger als das Fernsehgucken." Und noch von einem weiteren Mann wurde uns berichtet, der keine Schmerzmittel wollte. Auch in den größten Schmerzen sah er sein Leid als Teil seines Lebens an. So unterschiedlich sind also die Menschen und ihre Bedürfnisse im Hospiz.

Die Zeiträume, die ein Gast im Hospiz wohnt, kann dabei von einigen Tagen bis zu einem Jahr reichen. Die meisten leben aber für einige Monate im Hospiz. Ungewöhnlich, aber verständlich: Einige Gäste gehen auch wieder nach Hause. Aber nicht, weil sie gesund sind. Viele Menschen erfahren erst im Hospiz ein Gefühl, in das sie sich fallen lassen können, bei dem sie von den Ängsten, Nöten und Fragen des Tages lassen können. "In einer solchen Situation schöpfen einige wenige noch einmal Lebenskraft". Diesen wird dann für eine gewisse Zeit ein Leben zu Hause ermöglicht.

Viel hat die Oberrunde der Dommessdiener an diesem Abend gelernt. Ein sehr offenes und persönliches Gespräch war es. Dafür dankten wir Herrn Michael Roes herzlich.

Ein bewusster Umgang mit Tod und Sterben, den Tod als Teil des Lebens annehmen und Sterbende im Leben begleiten, diese drei Gedanken prägten den Abend.

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