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Oberrunde am 05.09.2012

Besuch des Regens

Oberrunde.

Am 05.09.2012 war der Regens des Borrmaeums Hartmut Niehues zu Besuch in der Oberrunde. Nach einer Besinnung, stellten sich die Dommessdiener kurz einzeln vor. Anschließend begann der Regens von seiner Geschichte zu erzählen.

1971 geboren wuchs er katholisch, bei kirchlich sehr engagierten Eltern, in Albachten auf und besuchte nach der Grundschule das Paulinum. Durch einen Bruch der Eltern mit dem Pfarrer in Albachten kam es dazu, dass diese sich aus der Gemeine zurückzogen und der Kirche fortan etwas kritischer gegenüber standen. Allerdings besuchte man weiterhin ganz normal den Sonntagsgottesdienst.

In der Stufe 12 fing Herr Niehues dann an auch die Kirche und die Abläufe kritisch zu hinterfragen und kam dabei zu dem Schluss, dass er es am besten selber ändern könnte. So setzte er sich das erste Mal mit dem Priesterwerden auseinander. Der ursprüngliche Plan, seinen Wehrdienst zu leisten, dann eine Banklehre zu machen und daraufhin VWL zu studieren rückte zunehmend in den Hintergrund und so trat er zum Wintersemester dem Priesterseminar bei und begann Theologie zu studieren. Allerdings zunächst eher um zu testen, ob dass Priesterleben für ihn infrage kommt, da er für einige Fragen noch keine Antwort gefunden hatte.

Nach 2 Jahren Vordiplom zog er nach Innsbruck, um "auch mal auf eigenen Beinen zu stehen", sich also aus der stabilen Struktur von "Hotel Mama" und Borromaeum zu lösen. Außerdem sammelte er weitere Eindrücke zur Theologie und lernte das "normale Leben" kennen.

Zu seinem Studiumsende war er in seiner Entscheidung gefestigt und beschloss den weg weiter zu gehen. Jeder angehende Priester muss vor seiner Diakonweihe ein Jahr Gemeindepraktikum machen und Herr Niehues entschied sich dieses in unserem mexikanischen Partnerbistum Túla zu machen und fing an die entsprechenden Verbindungen aufzubauen. Jedoch wurde ihm mitgeteilt, dass ihm das Praktikum außerhalb von Deutschland nicht anerkannt würde. Aber er ging trotzdem nach Mexiko und erlebte dort eine sehr prägende Zeit mit vielen Erlebnissen die ihn bis heute begleiten, z.B. eine Begebenheit, bei der ein Priester ,zusammen mit einem jungen Seminaristen, in sein Dorf kam um für das Priesteramt zu werben. Im Verlaufe dieses Besuches hielt der Seminarist eine etwa 20min lange Predigt über eine Bibelstelle völlig frei. Herr Niehues war beeindruckt von der Überzeugung des jungen Mannes und aus diesem Grunde erzählt er die Anekdote bis heute.

1996 ging er dann in sein eigentliches Gemeindepraktikum in Herten-Westerholt, was für ihn eine vollkommen neue Erfahrung war, da hier Fachwerkhäuser neben Zechen standen und ihm die Mentalität im Ruhrgebiet neu war. Nach seiner Diakonweihe 1997 blieb er in der Gemeinde und schaffte es Samstags trotz Schalkespiel immer pünktlich zur Vorabendmesse.

Oberrunde.

Im Jahr 1999 wurde er dann zum Priester geweiht. Man fragte nach seiner Präferenz für die Stelle, an der er seine Zeit als Kaplan würde. Er gab an, dass er sich vorstellen könnte, wieder ins Ruhrgebiet zu gehen und auch einmal alleine zu leben, da er bisher nur in Wohngemeinschaften gelebt hatte. Die Realität sah allerdings anders aus: Er kam nach Visbeck im Oldenburger Land und wohnte wiederum in einer WG. Auch wenn er diesen Weg nicht von sich aus gegangen wäre, ist er im Nachhinein sehr dankbar für diese Zeit. In den 3 Jahren als Kaplan machte er viel Jugendarbeit und richtete im Jahr 2001 auch eine Jugendkirche ein.

Als sein damaliger Pfarrer 2002 nach Vechta als Weihbischof gerufen wurde, bat dieser ihn als Jugendseelsorger mit nach Vechta zu gehen. Auch diese Zeit genoss er sehr, mit dem Weltjugendtag 2005 in Köln und jährlichen Reisen nach Taíze. An Taíze fastzinierte ihn besonders das "organisierte Chaos" und die internationale Begegnung. Später richtete er dann noch Gesprächsrunden für junge Menschen ein, die über einen Beruf in der Kirche nachdachten.
Nach sechs Jahren in Vechta ging er 2008 als Pfarrer nach Cloppenburg und sah sich einigen Problemen gegenüber: Erstens der Fusion mehrerer Gemeinden zu einer großen und einer unklaren finanziellen Situation. Bei der Bewältigung wurde er von einen, wie er beschreibt, guten Team unterstützt. Dadurch, dass man sich einer neuen Situation gegenüber sah, konnte man viel gestalten und "Pionierarbeit leisten".

Als er 2011 nach einem Treffen aller Pfarrer der Region vom Bischof gebeten wurde nach Münster zu kommen und Regens zu werden, war Herr Niehues zunächst ablehnend eingestellt. Er wollte die Gemeinde in der schwierigen Situation nicht alleine lassen, er erbat sich also Bedenkzeit und ein weiteres Treffen mit dem Bischof. Bei diesem zählte er Bischof Felix alle Punkte auf, die dagegen sprächen, dass er Regens würde. Doch trotz dieser Punkte beharrte der Bischof auf seiner Bitte und so wurde Herr Niehues 2011 neuer Regens im Priesterseminar Borromaeum.

Nach seiner Vorstellung beantwortete er dazu noch einige Fragen der Messdiener, und stellte uns dann sein sein Primizbild vor.

Holzschnitt "Fischzug" von Herbert Seidel.
Holzschnitt "Fischzug".

Nach seiner Interpretation hält Jesus das Netz , hindert das Boot am Kentern und daran in die Tiefe gerissen zu werden und hat so alles im Griff. Das soll zeigen, dass man als Mensch niemals alleine ist. Das Netz ist als Netz aus Knoten zu sehen, bei dem jeder Knoten ein Christ ist. Als Christ ist man also Teamplayer. Außerdem stellt das Netz keine Freiheitsberaubung da, da die Fische als Menschen zu sehen sind und sie von Christen, unter Mithilfe von Jesus, aus den Wassern gerettet werden. Dabei ist zu bedenken, dass das Wasser biblisch sehr oft als das Chaos und das Ungezähmte dargestellt wird.

Im Anschluss an diese Erläuterung und eine Diskussion über unsere eigenen Interpretationen, sprach er sich dann noch einmal für gutes Teamplay aus, da dieses für die Christenheit sehr wichtig ist.

Nach  der Verabschiedung wurden wir dann noch spontan zum Schnittchenessen bei Bischof Felix eingeladen und schlossen dort den Abend.

Felix Strelow

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