Schmuckbild Willkommen bei den Messdienern

Kühl, aber herzlich – Große Fahrt der Dommessdiener nach München

10. bis 14. Oktober 2016

Busfahrer Thorsten brachte 37 Dommessdiener gut und sicher in die bayerische Landeshauptstadt. Unsere Jugendherberge lag zwar, wie der Name nahelegen könnte, nicht direkt in der Münchener City, war aber sehr gut an die Innenstadt angebunden. Recht bald merkten wir, dass unsere vorbereiteten Kennenlernspiele auch noch vor der offiziellen Nachtruhe, sobald sie die Zimmerlautstärke überschritten, nicht auf allzu viel Gegenliebe stießen. So verlegten wir unsere Taktik nach der zweiten Ermahnung auf eine Stilleübung, die uns auch unerwartet gut gelang, und seitdem gab es auch keine Beschwerden mehr.

Ausgehend vom Isartor führten uns am Montagmorgen zwei Stadtführerinnen durch die Innenstadt, denen man die Begeisterung für München anmerken konnte. Nur die niedrigen Temperaturen hemmten etwas die Zuhörbereitschaft. Da tat es gut, sich nach dem Glockenspiel erst einmal eine warme Leberkäs-Semmel auf dem Viktualienmarkt zu gönnen. Nach dem Mittagessen stiegen wir München aufs Dach und ließen vom Turm der alten Peterskirche den Blick über die Dächer schweifen. Es war auch nicht verkehrt, sich erst einmal etwas Orientierung zu verschaffen, denn eh man sich versah, war die Gruppe in Kleingruppen aufgeteilt, die in die Stadt ausschwärmten, um beim Stadtspiel Fragen zu beantworten und Fotos zu schießen. Ein plötzlich einsetzender Regenguss (zum Glück der einzige seiner Art) besiegelte das Ende des Spiels. Zum Glück hatten wir als Abendprogramm ohnehin ein Spiel in der Jugendherberge vorbereitet. Märchenhaft hatten sich die Leiter in Schale geschmissen. Durch geschicktes Fragen konnten die Messdiener herausfinden, wer die sieben Zwerge vergiftet hatte: War es Frau Holle oder die böse Stiefmutter oder das tapfere Schneiderlein, das sich mit "7 auf einen Streich" sofort verdächtig machte?

Früh morgens fuhren wir mit der U-Bahn direkt nach St. Maximilian an der Isar, der drittgrößten Kirche Münchens. Wir füllten gerade einmal die Werktagskapelle und machten, was Messdiener am besten können, die Messe zum Patronatsfest gleich ein bisschen feierlicher. Aber wir wollten auch den Pfarrer der Gemeinde kennenlernen und erfahren, was es bedeutet in einer Großstadt wie München Pfarrer zu sein. Pfarrer Rainer Maria Schießler lud uns ins benachbarte Pfarrheim ein und schaffte es mit anschaulichen Geschichten aus seinem Alltag, etwas Witz und viel Begeisterung, uns eine Gemeindesituation nahezubringen, in der wenig als selbstverständlich vorausgesetzt werden kann, aber viel Kreativität möglich ist. Die älteren Dommessdiener erkundeten anschließend das nur wenige hundert Meter entfernte Deutsche Museum. Für die jüngeren Dommessdiener (bis inklusive 13 Jahren) bot sich die Gelegenheit an einem Mobilitätsworkshop am BMW-Juniorcampus teilzunehmen und nach einigen Forschungseinheiten selbst in Gruppen ein kleines Auto zu konstruieren. Der ein oder die andere hätte sicherlich noch länger Selfies mit schicken Autos machen wollen oder durch die Geschäfte in der Fußgängerzone streifen wollen, doch standen noch zwei Programmpunkte aus. Zunächst lockte eine Pizzeria mit Pizza und Pasta – dann nutzten wir unser Tagesticket noch aus für eine Nachtfahrt mit der Tram durch München und konnten den Stachus, das Maximilianeum und das Deutsche Museum noch einmal nächtlich angestrahlt erleben.

In Bewegung kamen wir am letzten ganzen Tag unserer Fahrt. Schon auf dem Weg vom Deutschen Museum zum Englischen Garten wurden die angefrorenen Füße langsam warm. Kurz schauten wir den Surfern auf der Surfwelle zu, dann wurden wir selbst aktiv und versuchten auf Matten den Säurefluss zu überqueren, Teebeutel weit zu werfen oder einen Stift möglichst schnell anzuspitzen. Immer mehr zeigte sich auch die Sonne und ließ die Stadt in einem schönen Licht erscheinen. Am frühen Nachmittag fuhr der Bus mit uns nach Herrsching am Ammersee, denn hier sollte unsere Fußwallfahrt starten. Auch anfängliche Skeptiker oder auch einfach weniger wander-motivierte Personen mussten zugeben, dass es einen großen Unterschied macht, einen Wallfahrtsort einfach mit dem Bus anzusteuern oder sich ihn selbst zu erwandern. Durch das Kiental, das durch urwüchsige Wälder geprägt ist und entlang eines Baches sanft ansteigt, erreichten wir gemeinsam das alte Benediktinerpriorat Andechs auf dem "Heiligen Berg Bayerns." Hier sangen wir das bekannte Lied "Da berühren sich Himmel und Erde" und erlebten gleich eine doppelte Illustration dazu: Am Horizont zeichneten sich schon schwach die Alpen ab, wohingegen die Malereien im Gewölbe der Kirche den Blick in den Himmel zu öffnen schienen. Mit einer zünftigen Brotzeit ließen wir den Tag ausklingen und fuhren gemütlich nach München zurück.

Unsere Abschlussmesse feierten wir gemeinsam mit Pfarrer Robert Hof in der Winthirkirche, der ältesten Kirche im Stadtteil, die nach dem gleichnamigen Seligen benannt ist. Der Pfarrer begleitete uns auch zu der modernen Herz-Jesu-Kirche, die uns tief beeindruckte, wenn sie auch nicht das Bild erfüllte, das viele spontan von einer Kirche haben. Spätestens als sich das 14 Meter hohe Portal aus blauem Glas weit öffnete und den Blick in die Kirche frei gab, erschloss sich noch einmal neu die Aussage, dass Jesus ein Herz für uns Menschen hat, das weit offen steht. Darin ist Platz für jeden, egal ob dessen Herz gerade schwer ist oder vor Dankbarkeit Luftsprünge macht. Immer wieder hatten wir in den Tagen Psalm 139 betrachtet, wo es in einer Übersetzung heißt: "Du ergründest mein Herz, du erforschst mich…" Ja, Gott hat uns wunderbar und ganz unterschiedlich gemacht und so unterschiedlich, wie wir sind, sind wir von Gott geliebt.

Erfüllt von vielen Eindrücken und Bildern, nachklingenden Begegnungen und Erlebnissen, machten wir uns auf den Heimweg in die Stadt, die, wie uns die Stadtführerin am Dienstag als erstes erklärte, den Wortursprung mit München gemeinsam hat – am Anfang beider Städte stand ein Kloster.

Fabian Tilling

© 2019 by DOMMESSDIENER.DE

Kontakt

So erreichst du uns:
Dommessdiener
Martinikirchhof 11, 48143 Münster
ungruhe@bistum-muenster.de


Login

Benutzeranmeldung

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Anmelden