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Besuch in der Synagoge

Oberrunde am 7. Juni 2017

Am vergangenen Mittwochabend (7. Juni 2017) trafen wir uns im Rahmen der Oberrunde vor der Synagoge der jüdischen Gemeinde in Münster. Sie ist gut zu erkennen an dem Davidsstern und der hebräischen Schrift, die übersetzt "Mein Haus ist ein Bethaus fuer alle Voelker" bedeutet. Außerdem schmückt die Menora, der siebenarmige Leuchter, der u.a. eine Anlehnung an die Schöpfungsgeschichte ist, die Fassade - nicht zu verwechseln mit dem Channuka-Leuchter (achtarmig + Diener), der nur zum Channuka-Fest (Lichterfest) angesteckt wird. Von dort aus ging es dann in die Synagoge. Dort bekamen wir eine Führung, in der uns noch einmal viele Gemeinsamkeiten mit unseren "älteren Brüdern" (Papst Johannes Paul II) bewusst wurden.

In der Synagoge schauten wir uns an, wo die jüdische Gemeinde ihren Gottesdienst feiert. Auch dieser Raum ist nach Osten ausgerichtet und an der Wand sind zehn hebräische Buchstaben für die zehn Gebote in Erinnerung an die Bundeslade angebracht. Außerdem befindet sich darunter der Thora-Schrein: Hinter einem Vorhang werden die fünf festlich verzierten Rollen mit den fünf Büchern Mose aufbewahrt. Der Gottesdienst folgt einem orthodoxen Ritus und das Essen wird streng getrennt in zwei Küchen für Fleisch und Milchprodukte zubereitet, um koscheres Essen gewährleisten zu können.

Schließlich sprachen wir über die Entwicklung der jüdischen Gemeinde in Münster im vergangenen Jahrhundert. Die ursprüngliche Synagoge brannte im Zuge der Reichspogromnacht am 9. November 1938 vollständig aus. In den folgenden Jahren fielen der Schoah bzw. dem Holocaust fast alle Mitglieder der jüdischen Gemeinde zum Opfer, so dass nur ein paar Juden nach Münster zurückkehren konnten. Diese eröffneten 1961 dann an derselben Stelle, an der einst die alte Synagoge gestanden hatte, die heutige Synagoge.

Auch heute noch ist der Antisemitismus in Deutschland verbreitet, wovon nicht nur die Überwachungskameras und die Polizeipräsenz während unseres Besuches, sondern auch persönliche Anfeindungen im Alltag der Mitglieder der jüdischen Gemeinde zeugen.

Text: Dorothea Hanster

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